Wärmende Sonnenstrahlen im Januar/Februar lassen uns Rebleute unruhig werden. Es zieht uns hinauf zu unseren Reben.
Die wuchtigen Rebstöcke werden auf 2 Ruten zurückgeschnitten, mit dem Ziel später 1-2 Ruten an den Draht zu binden. Das 2. Schoss dient als Reserve, falls beim Anbinden oder durch Frost Schaden entsteht.
Der Rebschnitt - er ist die Zeit der Zwiegespräche mit der Rebe. Einem schwachen Stock schneidet man die Ruten kürzer, will ihn nicht überlasten und in Gedanken wünscht man ihm gutes Wachstum, einer extrem starken Rebe hingegen mahnen die Gedanken zu etwas Zurückhaltung.
Reben schneiden ist eine wunderschöne, kreative Arbeit.
Das abgeschnittene Rebreis wird in die Fahrgasse gelegt, um beim ersten Grasschnitt zerkleinert zu werden. Die Rückführung des Rebholzes in den Rebberg ist zugleich ein Teil von biologischer Düngung.
Rebstickel und Pfähle werden kontrolliert und nachgeschlagen, die Drähte gespannt und die ganze Anlage kontrolliert. Die gekürzten Ruten werden nun als Halbrundbogen oder Strecker an den Draht gebunden.
Unsere Gedanken und die Augen gehen oft auf Wanderschaft - vom Falknis krachen manchmal staubend und tosend die Lawinen herunter. Im Wald und in den umliegenden Hecken hört man den Ruf der Kohlmeise und man wünscht sich von Herzen ein gutes Rebjahr.
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